Deutschlands Säulen für das Finale

June 28, 2008

Deutschland ist erstmals seit 1996 wieder in das Finale einer UEFA-Europameisterschaft eingezogen und euro2008.com stellt die deutschen Säulen für das Endspiel vor.

Michael Ballack (Chelsea FC)

Auch wenn der Kapitän nicht in jeder Partie eine Bestleistung bringen konnte, war er doch immer dann präsent, wenn er am meisten gefragt war. Auf und vor allem auch neben dem Platz erwies er sich in den entscheidenden Phasen des Turniers als Antreiber seiner Mannschaft. Als ein deutsches Ausscheiden in der Vorrunde drohte, war es der 31-Jährige, der mit einem wuchtigen Schuss ins österreichische Tor jeden Gedanken an ein Scheitern beendete. Ballack wurde auch von Löw in die Entscheidung mit einbezogen, vor dem Viertelfinale gegen Portugal, in dem er seine bisher beste Turnierleistung bot, auf ein 4-2-3-1-System umzustellen, was er mit einem wichtigen Kopfballtor zum 3:1 dankte. Die deutsche Einstellung bringt er nach dem Halbfinale gegen die Türkei am besten auf den Punkt: “Zum Schluss haben wir noch einmal eine große Moral bewiesen. Jetzt sind wir im Endspiel, das ist das Einzige, das zählt.”

Lukas Podolski (FC Bayern München)

Dass der 23-Jährige rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Form kommen würde, hatte sich bereits in den letzten Zügen einer für ihn schwierigen Bundesliga-Saison angedeutet, als er in den verbliebenen drei Ligaspielen drei Mal ins gegnerische Tor traf. Bei der EURO lief er bisher nur im linken Mittelfeld auf, was seiner Torgefahr aber keinen Abbruch tat – mit bisher drei Treffern ist er Deutschlands erfolgreichster Torschütze vor dem Finale. Unvergessen sein stilvoller Jubel nach dem Doppelpack gegen sein Geburtsland Polen. Mit Beginn der K.o.-Spiele glänzte Podolski nicht mehr als Torschütze, sondern als Vorbereiter: Sowohl gegen Portugal als auch die Türkei bereitete er das erste deutsche Tor mit dynamischen Vorstößen über die linke Seite vor. Sein Ziel ist klar: “Wir wollen jetzt in jedem Fall den Pokal holen.”

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München)
Schweinsteiger war es jeweils, der von den Vorarbeiten von Mannschaftskollege Podolski profitierte und nach einer außergewöhnlichen Laufleistung aus dem rechten Mittelfeld heraus mit schönen Abschlüssen das 1:0 gegen Portugal und das 1:1 gegen die Türkei erzielte. Sein Start ins Turnier war kein einfacher, da er zuerst nicht zur Startformation gehörte. Nach der Roten Karte gegen Kroatien hat ihn aber ein Plausch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Tribüne während des letzten Gruppenspiels offenbar wieder auf den rechten Weg gebracht. “Lass die Dummheiten, spiel so, wie damals bei der WM”, habe Merkel zu Schweinsteiger gesagt. Der folgte: “Wenn die Bundeskanzlerin was sagt, muss man darauf hören.” Mit genauen Freistößen bereitete er gegen Portugal zudem noch zwei deutsche Kopfballtore vor. Ihn umgibt zurzeit genau wie Podolski wieder ein Hauch von “Sommermärchen”.

Miroslav Klose (FC Bayern München)
Gerade einmal ein einziges Tor in der Bundesliga-Rückrunde steht für den 30-Jährigen zubuche. In der Vorrunde der UEFA EURO 2008™ sah es so aus, als ob es so weitergehen sollte für den manchmal sogar zu uneigennützigen Stürmer. Doch rechtzeitig in der zweiten Turnierphase fand er, wie so viele andere Teamkollegen, wieder zu seiner Form. Im Viertelfinale gelang ihm per Kopf das 2:0, und mit demselben Körperteil war er zum 2:1 im Halbfinale zur Stelle. Ganz klar, was der Torschützenkönig der FIFA-WM 2006 sich nun für das Finale als Ziel setzt, oder? “Ich hatte schon einige Turniere, bei denen ich nur in der Vorrunde getroffen habe. Diesmal mache ich es andersherum. Ein Tor im Viertelfinale, ein Tor im Halbfinale und jetzt will ich auch am Sonntag treffen.”

Philipp Lahm (FC Bayern München)
Der Außenverteidiger erwies sich über das ganze Turnier hinweg als der zuverlässigste Spieler im deutschen Team. Er begann die UEFA EURO 2008™ als Rechtsverteidiger, wechselte aber mit dem Spiel gegen Österreich nahtlos auf die linke Seite herüber. Der 24-Jährige, der in der Nationalelf mittlerweile Führungsansprüche geltend macht, räumte selbstkritisch ein, dass er im Halbfinale gegen die Türken in der Defensive nicht seinen besten Tag erwischt hatte, war aber mit einer Torvorlage auf Klose und dem Siegtreffer in der 90. Minute ganz entscheidend an Deutschlands Finaleinzug beteiligt. “Wenn man Deutschland ins EM-Finale schießt, dann gibt es kaum eine Steigerung”, sagte Lahm.

http://de.euro2008.uefa.com/news

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